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Dec/2017

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Einmal König sein Eintrag vom: 03.06.2015

Einmal König sein, warum nicht. In der Jachtwerf Maronier  Lemmer alles kein Problem, als Kunde versteht sich. Vor dem "Stapel"-Lauf 2015 stehen noch einige Arbeiten an. Angebote werden eingeholt, verbunden mit einem Winterlager in der Halle. Wir entscheiden uns für die Marinier-Werft. Etwas teurer, aber Qualität und König sein hat seinen Preis. Nicht geizen, es geht um das Boot!

Noch etwas Liegezeit im Frühjahr -- Kein Problem. Noch weitere kleinere Arbeiten, außerhalb des Angebotes -- Kein Problem. Das haben wir richtig gut getroffen und gehen in den Winterschlaf. Wir erwachen im Frühjahr und das im mehrfachen Sinn. Die Montage einer Radarantenne war mit 7 Stunden kalkuliert. Das wird knapp. Es sind ca. 14 Blindnieten und ein Kabel durch den Mast zu ziehen. Kabel verlegen ist für den Laien Fummelarbeit und die dauert. Deshalb sollte der Fachmann ran. Die fachmännische Lösung: Stecker stören nur beim durch fädeln, also das min. 100 EUR teure Kabel auf Mastlänge plus Durchführung einfach abgeschnitten. Mein Entsetzen kann ich nicht schildern, aber vielleicht kann man es nachvollziehen. Meine unsichere Frage, was man sich dabei gedacht hat, folgten die Begründung, die jeder versteht:  1. das machen wir schon 20 Jahre so, 2. Könige sind in der Regel dumm - also was soll die Fragerei, 3. bei 70 EUR Stundenlohn kann man sich nicht ewig aufhalten, das würde der Kunde nicht wollen. 4. In Omas Nähkasten wird doch wohl noch eine Lüsterklemme ( holländisch habe ich den Begriff leider vergessen, klang aber niedlich und technisch ausgereift) finden. FERTIG! Na da hätte doch jeder König selbst drauf kommen können. Ich entschuldige mich nachträglich. Das Kabel wurde dann noch ganz fachmännisch geflickt, mit Isolierband und Schrumpfschlauch versehen. Wie man sich das eben bei einer Installation von teuren Raymarine-Geräten vorstellt, als Maronierwerft. Nach meiner sicher etwas zu emotional geäußerten Anmerkung zum Monteur, der das Kabel gestutzt hatte, wurde ich des Büros verwiesen.

Die Zusatzarbeit zum Installieren eines Bordventiels wurde abgelehnt. Keine freie Kapazitäten. Eine Nachbarwerft, die das sofort erledigt hätte, durfte aber nicht auf das Firmengelände. In den dunklen Zeiten der Geschichte nannte man das Sippenhaft. In der Neuzeit sind Könige eben der Willkür ausgeliefert. Mit verwandtschaftlicher Hilfe wurde das dann in 2 Stunden laienhaft erledigt. (Noch ist kein Wasser im Boot). Liegeplätz waren auch nicht mehr da. Kein Überraschung mehr.

Auf andere Kleinigkeiten gehe ich nicht mehr ein. Nur noch soviel zur Installation eines Propangasanschlusses.  Ich wollte noch ein anderes Reduzierventil für Plastikflaschen mit hohem Rand. Als Vergleich hatte ich das alte, von der Maronierwerft gefertigte, Verbindungsstück  mitgenommen und wurde mit sehr beunruhigenden Blicken Richtung Gasschlauch betraut. Naja, ritsch ratsch vom Meter, Schlauchklemme drauf und fertig.  Wie war das, bei 70 EUR die Stunde kann man sich nicht lange aufhalten, das will der Kunde nicht.

Das neue Set der Masteinheit ist dann im Winterlager leider auch abhanden gekommen. Das Boot war verschlossen im Winterlager. Kostet ja nur 530 EUR, da reden wir nicht lange drüber. Auch die Weft verliert darüber kein Wort, wozu auch. War sicher für einen guten Zweck.

Wir, das Boot und die offenen Probleme haben dann doch noch mit viel Glück und einigen Schreckmomenten (ich hatte vergessen, die Notabschaltung der Dieselleitung zu öffnen) die nächste Werft erreicht. Da gibt es jetzt nichts zu berichten, hat einfach alles geklappt und dann auch noch für geringere Grundkosten. Was soll man da noch sagen.

Einfach mal zu Maronier, das lohnt sich.

Eingestellt von Frank

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